Staatsarchiv Augsburg
Straße: Salomon-Idler-Straße 2
PLZ: 86159
Ort: Augsburg
Telefon: (0821) 59963-30
Fax: (0821) 59963-333
Lage: Routenplanungskarte
Info:
Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. 8.00-16.00 Uhr; Di. 8.00-19.00 Uhr; Fr. 8.00-13.30 Uhr
Internet: zur Homepage
Email: Email
Träger: Freistaat Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Lkr./ Krfr. Stadt: Augsburg-Stadt
Zuständigkeit

Staatliche Mittel- und Unterbehörden des Regierungsbezirks Schwaben (moderner Sprengel).

Veröffentlichungen

Staatsarchiv Augsburg, bearb. von Gerhard Hetzer und Reinhard H. Seitz (Kurzführer der Staatlichen Archive Bayerns Neue Folge), München 1993.

Bestände

Altbestände:

Territorien und Institutionen des ehemaligen Schwäbischen Reichskreises und Vorderösterreichs, die zu Beginn des 19. Jhs. an Bayern gefallen sind:

insbesondere Hochstift und Domkapitel Augsburg;

Fürststift Kempten (das alte fürststiftische Archiv und die gegen Ende des 18. Jhs. bestehenden Behördenregistraturen wurden auf der Grundlage des Provenienzprinzips rekonstruiert, wozu ein Archivinventar erschienen ist);

über 70 Stifte und Klöster (besonders erwähnenswert die Reichsstifte St. Ulrich und Afra in Augsburg, Edelstetten (Depot), Elchingen, Irsee, Kaisheim, Lindau, Ottobeuren, Roggenburg, Ursberg und Wettenhausen sowie die Augsburger Chorherren-, Kollegiat- bzw. Damenstifte Heiligkreuz, St. Moritz und St. Stephan);

Kommenden und Ämter des Deutschen Ordens bzw. des Johanniter- und Malteserordens;

Vorderösterreich (v.a. Markgrafschaft Burgau, Herrschaften unter österreichischer Landeshoheit im Westallgäu);

kurbayerische Herrschaften (Illertissen, Mindelheim, Schwabegg, Wemding, Wertingen, Reichspflege Wörth);

an der oberen Donau gelegene Unterbehörden des Fürstentums Pfalz-Neuburg (Gundelfingen, Lauingen [Donau], Höchstädt a. d. Donau, Graisbach, Neuburg a. d. Donau, Reichertshofen);

Reichsstädte (Augsburg, Dinkelsbühl, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen, Nördlingen [jeweils Teilfonds]);

Adel: umfangreiche Bestände liegen v.a. von verschiedenen Linien der Fürsten und Grafen Fugger und Oettingen sowie von der Grafschaft Königsegg-Rothenfels vor;

weitere Adels- und Familienarchive: Esterházy von Galántha (Edelstetten), Groß von Trockau (Unterbaar), Haunsheim, Illereichen, Illertissen, von der Leyen (Waal), Mattsies, von Otting-Fünfstetten, Pappenheim (Möhren), Pappus (Rauhenzell), Reck (Autenried), Rehlingen (Hainhofen), Reichlin von Meldegg (Fellheim), Süßkind (Bächingen a. d. Brenz), Vöhlin (Neuburg a. d. Kammel), Waldbott-Bassenheim.


Umfang der Altbestände: ca. 94.000 Urkunden, 136.500 Akten und Bände, 1400 Karten und Pläne.


Bestände des 19. und 20. Jhs.:

Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Schwaben:

insbesondere Regierung von Schwaben (und Neuburg); Regierungsflüchtlingsamt (mit Akten und Karteien zur Situation der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg);

Kreispräsidium Lindau (staatsrechtlich interessante Einrichtung, da es während der Zugehörigkeit von Stadt und Landkreis Lindau zur französischen Besatzungszone [1945-1955] gegenüber bayerischen und württembergischen Landesstellen unabhängig war);

Landgerichte älterer Ordnung (1802-1862);

Bezirks- und Landratsämter (ab 1862; großteils noch mit Vorakten der Landgerichte ä.O., der Patrimonial- und Herrschaftsgerichte etc.; zählen aufgrund der breit gefächerten Aufgabenstellung zu den am häufigsten benutzten Beständen des Staatsarchivs; gesondert aufgestellt: Baugenehmigungsakten [Baupläne], Ansässigmachungs- und Verehelichungsakten, Kirchenbuchzweitschriften; Flüchtlings- bzw. Wohnungsämter);

Baubehörden (hervorzuheben ist der Teilfonds Landbauamt Donauwörth, Bildersammlung Lippert: Fotografien und Negative von Kirchen, Amtsgebäuden, Bauernhäusern, Ortsansichten etc. für den Landbauamtsbezirk Donauwörth aus den 1920/30er-Jahren);

Medizinalbehörden (v.a. Landgerichtsphysikate, Bezirksärzte, ab 1935 Gesundheitsämter, Bezirkstierärzte);

Polizeibehörden;

Gerichte und Staatsanwaltschaften (darunter umfangreiche Serien von Nachlass- und Vormundschaftsakten sowie Hypotheken- und Grundbüchern;

wichtige Neuzugänge: die von den Amtsgerichten abgegebenen Spruchkammerakten);

Bildungsanstalten und Schulbehörden (u.a. Hochschule Dillingen mit bis in das 16. Jh. zurückreichenden Vorakten);

Finanzbehörden (wichtig für die Familien- und Heimatforschung: die separat aufgestellten Katasterunterlagen, für Forschungen zum Themenkomplex Rückerstattung und Wiedergutmachung: die Akten der schwäbischen Außenstellen des Bayerischen Landesamtes für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung sowie verschiedener schwäbischer Finanzämter);

Forstbehörden (Oberforstdirektion Augsburg und Forstämter; bieten unter Umständen bei Forschungen über Rüstungsaltlasten wertvolle Informationen);

Landwirtschaftsbehörden sowie Behörden der Lebensmittel- und Verbrauchsgüterbewirtschaftung (Landwirtschaftsämter, Flurbereinigungsbehörden, Kreisbauernschaften des Reichsnährstandes [1933-1945], Ernährungsämter A und B [1939-1950], Wirtschaftsämter [1939-1948];

umfangreichere Bestände zur Lebensmittelbewirtschaftung des Ersten Weltkrieges und der anschließenden Krisenjahre liegen von den Kommunalverbänden Donauwörth-Land und Kempten vor);

Behörden aus dem Bereich der Arbeits-und Sozialordnung (u.a. Spruchakten des Oberversicherungsamtes bzw. Sozialgerichts Augsburg, Firmenakten des Gewerbeaufsichtsamtes Augsburg ab 1945).

Mittlere und untere Reichs- und Bundesbehörden (umfangreicher Bestand der Ober- und Reichspostdirektion Augsburg, Eisenbahnbehörden, Arbeitsämter).

Partei- und Wirtschaftsarchive, Nachlässe (NS-Archivgut: v.a. Registratursplitter der NSDAP-Gauleitung Schwaben sowie der nachrangigen Gliederungen und Verbände; Hüttenamt Sonthofen, bis ins 16. Jh. zurückreichend; Nachlässe, darunter von überregionaler Bedeutung: Graf Karl August von Reisach [1774-1846], Friedrich Ludwig Waldbott von Bassenheim [1844-1910] und Fürst Ludwig Kraft von Oettingen-Wallerstein [1791-1870]).

Deposita (u.a. Studienseminar Neuburg a. d. Donau mit Schriftgut von zum Teil im 16. Jh. säkularisierten Klöstern [v.a. Bergen], Spital Dinkelscherben mit Unterlagen verschiedener bei Domkapitel Augsburg und adeligem Damenstift St. Stephan in Augsburg errichteten milden Stiftungen; die um 1910 im seinerzeitigen Kreisarchiv Neuburg a. d. Donau unter Eigentumsvorbehalt deponierten Gemeindearchive werden sukzessive an die Kommunen zurückgegeben).

Zeitgeschichtliche Dokumentation (insbesondere zahlreiche Jahresberichte von Schulen, Schüler- und Abiturzeitungen, Festschriften von Vereinen, Verbänden und Firmen).


Umfang der neueren Bestände: 3300 Urkunden, 2.861.000 Akten und Bände, 7400 Karten und Pläne, 30.800 Druckschriften.

Gesamtumfang der Bestände des Staatsarchivs: ca. 3.144.000 Archivalieneinheiten im Umfang von 22.300 lfm.

Detailliertere Übersicht im Kurzführer "Staatsarchiv Augsburg" und im Internet (siehe oben).